Geht dann tatsächlich was weiter oder ist das wie in Österreich, wo das dann heißt, ja wir verschleppen in Mini Steps mal die Reformen? Ja, also ich würde sagen, wir verschleppen die Reformen oder wir schmeißen sie direkt komplett in den Müll. Wir haben in Deutschland ne sehr spannende Gemengelage. Willkommen bei so sind wir zwischen Bognergasse und Ballhausplatz. Hier spreche ich mit Menschen aus Politik und Wirtschaft, die hinter die Kulissen Österreichs blicken, ungeschminkt und ungekürzt. Mein Name ist Nico Hutter, wenn
Deutschland hat auch keinen Plan - David Dekorsi (BKU)
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Mit David Dekorsi vom Bund Katholischer Unternehmer vergleicht Niko die Reformdebatten in Deutschland und Österreich. Im Mittelpunkt stehen Verbände, katholische Soziallehre, Pensionen und die Frage, was junge Menschen im Land hält.
Redaktionell zusammengefasst aus der Folgenbeschreibung.
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Liebe Hörerinnen und Hörer,
wenn man in Österreich über Reformen diskutiert, zeigt irgendwer irgendwann nach Deutschland. Und in Deutschland zeigt man beim Thema Pensionen ziemlich verlässlich nach Österreich. Grund genug, einmal jemanden zu fragen, der mitten in dieser Debatte sitzt.
Mein Gast in dieser Folge ist David Dekorsi, Geschäftsführer des Bundes Katholischer Unternehmer. Ein Verband, den es in Österreich in dieser Form gar nicht gibt, gegründet 1949 von Leuten wie Konrad Adenauer, mit der katholischen Soziallehre als Kompass. Wir reden darüber, wie das politische Berlin über Verbände funktioniert, warum kleine Verbände oft wirksamer sind als große, und was es praktisch heißt, Wirtschaftspolitik von einem Wertefundament her zu denken.
Zur aktuellen Lage im direkten Vergleich bei Pensionen: Die deutsche Alterssicherungskommission hat 33 Empfehlungen vorgelegt, und David sagt sehr deutlich, dass er am tatsächlich umgesetzten Ergebnis zweifelt. Wir vergleichen Kapitalrente und Staatsfonds, gesetzliches und tatsächliches Antrittsalter, Beamtenpensionen und die Frage, warum in beiden Ländern jede Reform genau dort endet, wo jemand seinen eigenen Ast absägen müsste.
Am Ende geht es um das, was mich an dem Gespräch am meisten beschäftigt hat: Ein Fünftel der jungen Deutschen sucht aktiv einen Weg ins Ausland. Das sind nicht die Unqualifizierten. Und die Frage, die David stellt, gilt für Österreich genauso: Was hält mich hier?
Sein Schluss ist trotzdem kein pessimistischer. Nicht resignieren, engagieren.
Hört rein.
Euer Niko
Kapitel:
00:00:00 "Ich bin ein Homo politicus" 00:06:44 "Wirtschaftspolitik ein Herz geben" 00:14:00 "Wir reden über ein System, das gescheitert ist" 00:28:02 "Keiner sägt den Ast ab, auf dem er sitzt" 00:30:52 "Was hält mich hier?"
Kapitel.
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man in Österreich heute oder in den letzten Tagen in die Zeitungen schaut, dann wird man sehr viel über ein Nachbarland von uns berichtet sehen, nämlich Deutschland über die Wahl in Sachsen Anhalt. Und viele, viele andere Themen. Man merkt, das Sommerloch ist noch nicht ganz vorbei, unsere Bundesregierung kommt wieder langsam ins Handeln über Deutschland und was uns mit unserem großen Bruder verbindet, sitze ich heute hier mit dem lieben David de Corsi, der David ist der Geschäftsführer des Bundes, katholisch Katholischer
Unternehmer, kurz Pku, und ist gerade in Wien zu Gast. Lieber David, herzlich willkommen. Servus, freue mich sehr hier zu sein. Ja, freut mich auch, dass du da bist. Magst du mal kurz beschreiben, wer bist du, was ist dein Werdegang und was ist vor allem der Bund katholischer Unternehmer? Ja, sehr gerne. Genau. Mein Name ist David de Corsi und ich bin seit Anfang des Jahres Geschäftsführer vom Bku und katholischer Unternehmer in Deutschland. Bevor ich was zum BKU sage, vielleicht noch 2 Sätze zu mir. Ich würde sagen, ich bin ein Homopolitikus, wurde politisiert
in der Schülervertretung, hab dann die ganze Ochsentour gemacht, Parteipolitik und so weiter hab dann auch Politik studiert und hab dann für verschiedene Verbände gearbeitet, auch Stationen bei Dax Konzernen in den Politikabteilungen gehabt und zuletzt war ich bei einem Medienstartup in Berlin, ehe ich dann zum BKU gewechselt bin. Mhm. In Deutschland ist das ja mit Verbänden noch ein bisschen stärker ausgeprägt, glaube ich. Als in Österreich, also auch bei uns, haben wir zahlreiche Vereinen, da haben wir schon mal darüber geredet, wie viele, wie
wie viele Vereine auf eine Person kommen oder wie viele Mitgliedschaften im Verein auf eine Person kommen. In Deutschland ist das politische Umfeld. Ja, sehr stark um diese Verbände geprägt. Wie wie funktioniert denn das generell, also was, was sind die Aufgaben von solchen Verbänden wie Eurem oder deren Wohl oder davor warst. Das ist eine gute Frage. Ich glaube, das ist sehr unterschiedlich, es gibt verschieden ausgeprägte Verbände, ich unterscheide gerne in 3 Arten von Verbänden, einmal Verbände mit persönlichen Mitgliedern oder Einzelmitgliedern, also einzelnen Personen oder einzelnen Unternehmen.
Dann gibt es Verbände der Verbände, also beispielsweise die BDA, die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeber. Da sind sozusagen nur Verbände Mitglied und dann die dritte Art von Verbänden sind Pflichtmitgliedschaften, also beispielsweise die Handwerkskammer oder die deutsche Industrie und Handelskammer. Es gibt in Deutschland, ich glaube. Über 6000 Verbände ich habe die aktuelle Zahl nicht, aber es ist auf jeden Fall eine riesige Masse. Die meisten davon sitzen in Berlin, teilweise aber auch noch einige in Bonn, in der alten Bundeshauptstadt oder in Köln,
Frankfurt, München, Hamburg, eben in Ballungszentren. Es gibt in den Verbänden auch verschiedenste Strukturen, also von sozusagen ein Mann Buden bis hinzu den großen Verbänden, die bis zu 250 Mitarbeiter im Hauptamt haben. Verbände haben aber nie nur eine hauptamtliche Struktur, sondern auch eine ehrenamtliche Struktur. Das heißt, es gibt meist einen ehrenamtlichen Vorstand oder ein ehrenamtliches Präsidium und eben die Hauptamtlichen mit der Geschäftsführung und so weiter ich glaube, für Leute, die nicht
aus der Bubble kommen, sozusagen. Der ehrenamtliche Vorstand, wäre im Unternehmen so eine Art Aufsichtsrat und die hauptamtliche Struktur die Geschäftsführung. Du hast jetzt gerade erwähnt, es gibt die Pflichtmitgliedschaftsverbände und es gibt die, wo halt eine freiwillige freiwillige Mitgliedschaft ist. Und das gibt es ja in Österreich im Wesentlichen aus. Es gibt bei uns die Kammern, so heißen die, wo du eine Pflichtmitgliedschaft hast. Das sind natürlich die beiden großen, die Wirtschaftskammer und die Arbeiterkammer, dann gibt es noch die von den Freien berufen, da bist du verpflichtend Mitglied, wenn du
in zum Beispiel nur da bist, dann bist du da pflichtmitglied. Und in Österreich ist auch so, dass sie massivsten Einfluss auf die Gesetzgebung haben. Das ist faktisch so, wie ist denn das in Deutschland im Vergleich, wie wie stark ist der Einfluss von, sag ich mal diesem, wenn wenn du das jetzt vergleichst, diesen vielen verschiedenen Verbänden und diesen Pflichtmitgliedschaften, wie stark haben die wie, wie stark prägen die, sag ich mal so die Gesetzgebung, das öffentliche Leben und so weiter. Die Verbände mit Pflichtmitgliedschaften haben natürlich einen großen Vorteil, nämlich ihre Finanzierung gesichert. Und die Finanzierung ist auch relativ bequem gesichert.
Ich glaube, da gibt es andere Verbände, wo eher Mangelwirtschaft herrscht als in in diesen Verbänden. Wie groß der Einfluss von diesen Verbänden auch Gesetzgebung ist im Vergleich zu Österreich schwierig zu sagen, Fakt ist, man kommt im politischen Berlin nicht um diese Verbände drumherum. Einfach, weil diese Verbände auch wahnsinnig mannstark sind. Also ich glaube, es kommt weniger aus der Verwurzelung im Gesetz, sondern mehr aus den Ressourcen, die damit einhergehen. Es gibt aber auch kleine Verbände, die sehr wirksam sind,
also nur die, es kommt nicht nur auf die Größe an, sozusagen, es gibt auch kleine Verbände, die unheimlich stark sind, ich glaube, dass. Deutschland und Österreich da vergleichbar sind, also spielen in derselben Liga, also der Lobbyismus oder die Interessenvertretung in Deutschland, ist lange nicht auf dem Level wie zum Beispiel in den USA oder auch in Brüssel. Ja, das ist noch mal ein Step abwärts, sag ich mal so, wenn ich mich an meine Zeit in Brüssel erinnere. Das ist, das ist schon ein
ziemlicher Unterschied. Und jetzt gibt es ja also ich find find diesen Vergleich, den du auch mal gebracht hast immer ganz gut. Es gibt die den Tanker oder das den Flugzeugträger und es gibt das Schnellboot und die Kleinverbände hast du mal ganz gut verglichen, sind sind halt das Schnellboot was macht so ein Schnellboot vielleicht an deinem Beispiel am am BKU aus? Ich glaube, das Spannende ist bei kleineren Verbänden, bei den schnellen Beibooten, dass man halt viel flexibler ist. Ich hab ne Zeit lang für den Bundesverband der freien Berufe in Deutschland gearbeitet, also
die spitzen Kammerorganisationen für Ärzte, Anwälte, Ingenieure, Notare, wie du es eben genannt hast. Da hat man natürlich viele Ressourcen, man hat viele Möglichkeiten. Aber man ist auch teilweise echt gefangen, sozusagen in vielen Auflagen, die man hat. Und wenn man ein kleinerer Verband ist, wie zum Beispiel der BKU, also der BKU Bund Katholischer Unternehmer, wenn man sich das mal n bisschen zerlegt. Wir sind also ein Unternehmerverband, das heißt irgendwie arbeitgeberseitig, und wir haben das katholische, was
heißt das, K sind bei uns irgendwie nur Priester, die n Kloster leiten, Mitglied nein, überhaupt nicht. Sondern das K. Bei uns bezieht sich auf die katholische Soziallehre. Katholische Soziallehre ist sozusagen unser Kompass und die Idee war, als der BKU 1949 von Leuten wie Konrad Adenauer und Kardinal Höffner gegründet worden ist, Wirtschaftspolitik ein Herz zu geben und sozusagen nicht nur rumzurechnen, sondern zu sagen, OK, wir brauchen irgendwie common ground. Eine Keimzelle für
Wirtschaftspolitik nach dem vom Krieg gezeichneten Deutschland ohne ohne Wirtschaft musste ja irgendetwas kommen. Und um dieses Wirtschaftssystem zu bauen, brauchte man ja irgendwie eine ideelle Grundlage, man kann es ja nicht einfach so aus dem Nichts greifen. Und die Idee der sozialen Marktwirtschaft ist abgeleitet aus der katholischen Soziallehre. Soziale Marktwirtschaft bedeutet ja, dass es eben nicht nur um Zahlen geht, sondern eben auch um Menschlichkeit und. Wie schaut es in der tatsächlichen täglichen Arbeit
und aus? Weil du hast es recht schön beschrieben, wie euer Wertefundament ist, woher ihr kommt, was tut man dann als. Vertreter der katholischen Unternehmer Österreich Deutschlands im im politischen Berlin. Also ich glaube, das erste, was man sagen muss, ich meine, der interessierte Zuhörer weiß es wahrscheinlich, aber in Deutschland läuft es im Moment in der Wirtschaft nicht so richtig gut. Wir haben seit vielen Jahren ne stagnierende Wirtschaft.
Da gibt es verschiedene Lesarten, manche sind pessimistischer als andere. Ich sage mal, lass uns von der Stagnation sprechen, das ist diplomatisch, und wir sehen, dass wir irgendwie keine guten Ideen haben, also es gibt nicht so richtig den Wayout, ich hab jetzt gestern hier in Wien ein Gespräch geführt, wo mich, wo ich gefragt wurde, ja, was ist denn der Wayout für Deutschland. Und ich hab so drüber nachgedacht, was man von den Regierungsparteien hört, aber auch von den Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag und dachte mir so, da hat eigentlich keiner ein Wayout und da kommt
dann für mich die BKU ins Spiel, nämlich ich glaube, dass wir durch unser Wertefundament durchaus Ideen haben für ein Wayout. Wir haben in Deutschland wahnsinnig viele Herausforderungen und die wenigsten davon, also alle haben was mit Wirtschaft zu tun. Aber die wenigsten sind nur auf Wirtschaft begrenzt. Also wenn wir zum Beispiel über die Rente sprechen oder über Steuerthemen, sprechen wir auch immer über soziale Gerechtigkeit und dieses Interdisziplinäre, das kann eben die katholische Soziallehre, wir haben in der katholischen Soziallehre 4 Prinzipien, das ist zum Beispiel die Personalität, ja, das ist
die Solidarität, die Subsidiarität und die Gemeinwohlorientierung, das bedeutet also. Man kann 50 Promotionen über die katholische Soziallehre zitieren. Ich würde in der Natsche es geht bei der katholischen Soziallehre, also der Mensch ist nie also der es geht, immer um den Menschen und nicht nur um die Zahlen, also wenn du dir so diesen raubtierkapitalismus anguckst, wo der Mensch eigentlich keine Rolle spielt. Da ist die katholische Soziallehre zum Beispiel n
ziemlich guter Schutz gegen. Also der Mensch ist nie nur Mittel zum Zweck, also der Mensch ist der Zweck und das schützt vor vielen furchtbaren Dingen, kann aber eben auch in interdisziplinären politischen Fragestellungen weitergehen als andere Verbände, die sich nur auf Wirtschaft konzentrieren, genau, ist ja. Ne spannende Geschichte. Wenn du jetzt also, ich beschreibe es mal so, aus österreichischer Sicht, also bei uns gibt es sowas nicht, einem
Bund katholischen Unternehmer vielleicht doch wenn ich so zurückgehe, auch unserer Geschichte aus unserer Bevölkerungsstruktur, wie sie vor, wie sie ursprünglich war, nach dem Krieg heraus, ist es auch irgendwo verständlich, weil wenn irgendwie 90% deiner Bevölkerung einfach mal katholisch sind. Wirst du keinen Bund brauchen, der katholische Werte vertritt? Weil ja, haben wir eh alle gemeinsam. Inklusive. In in Deutschland ist das ja anders. Ich, ich weiß gar nicht, wie war es früher wieviel wieviel, wie war die Bevölkerung auf dann also der evangelische Teil war ja vor allem in Berlin, also vor der Teilung, irgendwann einmal
habe ich vage im Kopf, wesentlich größer, ich vermute mal, aus dem ist es ja auch entstanden, dass es einen politischen Katholizismus wesentlich stärker da drüben gibt, dass es bei uns so in Österreich der Fall ist. Genau. Also es ist bei dem Thema wie bei vielen anderen. Wenn du dir eine deutschlandkarte Anguckst, erkennst du auch bei der Konfession relativ schnell, wo der Osten ist und wo der Westen ist. Du hattest in Deutschland immer schon mehr Protestanten als in Österreich, glaube aber schon, dass nach dem Krieg und vor allem in in der Bonner Republik
Zeit. Der politische Katholizismus stärker war als der politische Protestant, ja als der Protestantismus. Ich glaube, dass wenn du dir die führenden Köpfe der jungen Bundesrepublik Deutschland angeguckt hast, halt auch einfach n relativ hohen Katholikenanteil gesehen, aber und also Adenauer, der ja auch also von von Kopf bis Fuß katholisch war, ja gut, dass der jetzt nicht den. Den Verband der evangelischen Unternehmer direkt gegründet hat. Gut liegt auch in der Natur der Sache, gerade im katholischen
Köln. Aber gibt es sowas eigentlich? Hast du Interesse jetzt gerade? Es gibt einen Verband. Es gibt einen evangelischen, es gibt ein Forum, also es ist das im Arbeitskreis evangelischer Unternehmer, das gibt es, ich weiß ehrlicherweise nicht, wann das gegründet worden ist. Und ich glaube, oder ich bin mir sicher, dass wir auch größer sind. Alles klar, wenn du, du hast jetzt ein großes Thema schon erwähnt, nämlich die die Renten und oder oder Pensionssystem, also ob bei bei in Deutschland
nicht man redet man meistens vom Rentensystem bei uns, wenn man davon redet, dass das Pensionssystem. Das ist sowohl in Österreich, in also in Deutschland in einer, sag ich mal, Schieflage, also witzigerweise im Vorgang dieses Gesprächs haben wir teilweise geredet, dass in Deutschland also eher auf der linken Seite des politischen Spektrums, immer wieder auf Österreich verwiesen wird, also ein Erfolgsmodell, was aus der Sicht von Österreich und wenn man die politische Debatte herkennt, irgendwie etwas absurd klingt und. Von von von mittlerweile, weil jetzt in Deutschland ja gerade eine Reform angestoßen ist, worüber wir auch gleich reden,
ist immer wieder lustig zu sagen, Österreich hat jetzt dann so, ja schaut mal darüber, die machen ja da jetzt was. Sagst du mal kurz. Erkennt. Was machen denn die Deutschen da gerade? Bevor ich über Deutsche spreche, noch mal eine Frage zu Österreich, weil bei uns ist es tatsächlich die Linkspartei, die immer nach Österreich zeigt und sagt, EY, das ist doch total super und. Der Grund dafür, dass die Linkspartei oder Teile der Linkspartei glauben, dass es bei euch so super läuft, ist, weil ich glaube die Durchschnittsrente bei euch 200,00€ 300€ über unserer liegt.
Ich glaube, dass bei euch ja alle in die Rente einzahlen, also auch die Beamten. Es gibt unterschiedliche. Im Wesentlichen, sagen wir mal, im Wesentlichen ja, aber es es gibt Pensionskassen und Kassen, wie der Name schon sagt, sind mehrere, also nicht alle Zahlen unbedingt in die selber ein, aber die meisten werden aus der einen Großen, finanziell aus der Pensions. Vorsorgeanstalt PVA. Verstehe. Und in Deutschland ist das nicht so. In Deutschland zahlen zum Beispiel Beamte nicht in die Rente ein, die Beamten kriegen
eine Pension, die kriegen keine Rente. Und bei Selbständigen gibt es Sonderregelungen und so weiter dann gibt es bei uns noch die berufsständischen Versorgungswerke. Es gibt sehr, sehr viele Sonderfälle und es gibt Leute in Deutschland, die glauben, na ja, wenn wir jetzt alle in die umlagefinanzierte Rente einzahlen, dann läuft sie irgendwie wieder, was ich für einen absolut fatalen, ihr glaube, ihr glauben halte, damit bin ich auch nicht ganz alleine. Die Bundesregierung hat eine. Rentenkommission eingesetzt beziehungsweise der offizielle
Name bei Alterssicherungskommission. Die haben es bei uns auch, also die, die es ist, so eine ähnliche Kommission gibt es bei uns auf jedenfalls. Ich weiß den Namen, genauen Namen gerade nicht auswendig. Und 13 ja, Experten kamen dort zusammen und im Juni diesen Jahres haben die 33 Empfehlungen an die Bundesregierung gegeben. Was spannend ist für es gab in der Kommission ne Mehrheit für die Maßnahmen, aber keine Einstimmigkeit, was auch
spannend ist, weil Bärbel Bahrs, also unsere Ministerin für Arbeit und Soziales. Wenn du kurz das beantworten kannst, wenn du es, wenn du es auswendig weißt, wie wird denn diese Kommission besetzt in Deutschland, oder? Bei einem Minimum besetzt, ganz genau wie das Verfahren war, weiß ich nicht, aber wir hatten dort also keine Parteichader, sondern hohen Grad an Akademikern. Und also Leute, sozusagen ein Expertengremium, also kein politisches Gremium, sondern ein Expertengremium. Ist bei uns ein bisschen anders, weil da sitzen dann auch Vertreter von Pensionistenverbänden oder sonst was auch drinnen. Was auch immer wieder bei uns kritisiert wurde, man sagt. Ja, da die Leute eine Fressen.
Ja und? Das ist ja nicht nur bei dem Thema so. Keiner schneidet den Ast ab, auf dem er sitzt, das kann mir kann mir die Problemlage schon vorstellen, ja, so und jetzt gibt es eben diese, diese Maßnahmen und was, was steht da so drin, also beispielsweise steht drin, dass eine Kapitalrente eingeführt werden soll, also das ist ein zusätzlicher. Rentenbeitrag von 2% erhoben werden soll auch wieder anteilig von Arbeitnehmer und Arbeitgeber bezahlt, der dann nicht sozusagen in die große Rentenkasse fließen soll,
sondern in den Kapitalmarkt. Halte ich zum Beispiel für eine gute Idee. Die FDP, also die deutsche Liberale Partei, hat das schon auch vor keine Ahnung 10 Jahren gefordert, also das jetzt auch keine super neue Idee meiner Meinung nach auch lange überfällig. Wir haben in Deutschland n großes Thema mit der Haltelinie. Die liegt im Moment bei 48%, das soll nach 2031 dann gekippt werden. Das Renteneintrittsalter soll an die Lebenserwartung gekoppelt werden, was für ein höheres
Renteneintrittsalter sorgen würde, die Frühverrentung soll abgeschafft werden. Verzeihung, die Frühverrentung, das ist, dass du vor dem Pensionsantrittsalter in die Pension eintreten kannst. Oder was ist das? Genau die Frührente, die abschlagsfreie Frührente, ist in Deutschland bis ab 63 möglich, also einige Jahre vor dem regulären Renteneintritt. In Österreich redet man häufig vom gesetzlichen und vom tatsächlichen Pensionsantrittsalter. Wie unterscheidet sich das? Na ja, das eine ist das, was im Gesetz steht und das andere ist
das, was im Durchschnitt sich ergibt, auf Basis dessen, wann die Leute tatsächlich in Pension gehen, mit Abschlägen halt. Ah OK, also das ist jetzt ein paar Jahre immer der Unterschied und in der politischen Debatte heißt es dann oft, ja, wir müssen zuerst mal, bevor wir das, also es war lange Zeit das Argument, wir müssen das tatsächlich mal anheben, bevor wir das Gesetz sicher anheben, also das, das war dann oft die auswärtige Jahr. Wir sind ja nur noch gar nicht mal am beim Mettbad. Tatsächlich, wo das gesetzliche steht. OK, verstehe das ist in Deutschland glaube ich etwas weniger flexibel. Ich ich, ich find das spannend, weil diese Unterscheidung machen
wir in Deutschland so nicht. Ja ja ich was man dazu wissen muss, jetzt kann man ja sagen, also es gibt so ne Kommission und die haben irgendwie auch ganz passable Ideen und so weiter die fassen mit ihren 33 Maßnahmen auch echt viele Dinge an. Jetzt kann man ja sagen, Ach super, das ist ja n super Signal und ich glaube also natürlich ist es richtig, sich darüber Gedanken zu machen, wie man da rauskommt, wie man dieses System retten kann. Ich will das noch mal sagen, weil ich es so wichtig finde und man vergisst es irgendwie in der Debatte so oft, wir reden hier über ein System, was gescheitert ist.
Also wir reden nicht über ein System, was irgendwie n bisschen am kränkeln ist oder irgendwie gerade ne Schwächephase hat, sondern wir reden von einem System, was krachend gescheitert ist. Ein ein Großteil des Bundeshaushalts dreistelliger Milliardenbetrag geht nur geht jedes Jahr nur in die Rente, um das System zu sanieren. Wie ist es in Österreich? Sehen also, es gibt den das pensions Zuschuss Zuschuss der jährlich wächst aus dem Bundeshaushalt. Also so so aus dem aus dem Budget, den kann man öffentlich nachschauen. Also das ist. Was natürlich auch die Handlungsspielräume im des Staates immer mehr einschränkt
und in einer Lage, wo wir gerade sind. Wir haben ja gerade ein EDU Defizitverfahren laufen, ist das Halt noch mal unangenehmer, weil du hast ja auch Investitionskosten dann für Verteidigungsausgaben, die wir nicht in dem Umfang haben wie Deutschland, aber aber auch bei uns ansteigen heißt, dann hast du noch die Gesundheitskosten für unser, für unser Gesundheitssystem. Also viele Faktoren, die dazu führen, dass der der Staatshaushalt unter einem sehr starken Stress. Ist in Deutschland haben wir n massiven Investitionsstau noch viel mehr als hier in Österreich und wir können also die
Milliarden, die wir haben, eigentlich gut gebrauchen für Investitionen. Wir haben in Deutschland eine katastrophale Infrastruktur, die Deutsche Bahn ist ja bekannt für ihre Unpolitik. Das ist ein Witz bei uns. Ganz gerne genau. Bei uns ist es auch dann. Es ist immer großartig, wenn man in Süddeutschland unterwegs ist oder an an den Stammstrecken und der Zug fällt aus. Weil also ein österreichischer Zug sollte eigentlich fahren und der fällt aus, weil er sagt, Na ja, wenn wenn er Deutschland fahren soll, dann der so funktioniert nicht. Da ist mein Fall mir immer das Beispiel und ich stehe in München am Bahnhof und ich stehe vor dieser großen Anzeigendafel
in der Haupthalle und Schau darauf und ich denk mal so, ja ja, da fällt dieser Regionale, diese Regionalbahn. OK, da steht dabei irgendwie verspätet ich. Ich Check das nicht ganz, ich gehe zu der Dame hin und ich so wie wie schaut das aus sagt man so ja keine Ahnung was da steht ist ein kompletter Blödsinn ich schau so sehr, aber wann kommt denn meine Bahn, das kann ich Ihnen nicht beantworten. Ja, also es ist absoluter Klassiker. Ich bin viel in Deutschland mit dem Zug unterwegs, gerade so die Strecke von Köln nach Berlin ist von mir sehr oft genutzt, weil
wir unsere Hauptgeschäftsstelle in Köln haben und ein Hauptstadtbüro in Berlin im April geöffnet haben. Ja, also da passieren die gruseligsten Sachen, das heißt also, wir könnten das Geld wirklich gut gebrauchen, aber nein, es wird eben für ein kaputtes System ausgegeben. Wer hat es, wer hat es erfunden? Das umlagefinanzierte Rentensystem wurde tatsächlich von meinem Amtsvorgänger Wilfried Schreiber erfunden, mit dem sogenannten Schreiberplan, der aber ganz klar gesagt hat, das ist ein 3 Generationen Modell, das wird nicht funktionieren auf auf 102 100 Jahre und da muss man sagen, also die Idee kommt sozusagen
Ausgewählte Fundstelle · ca. 24:12
aus dem BKU und war eine sehr gute Idee. Nur was hat die damalige Bundesregierung unter Konrad Andauer gemacht? Konrad Andauer hat gesagt, Ach, Kinder kriegen die Leute immer, ist n Satz, der Deutschland sehr geprägt hat, sehr bekannter Satz ja und trains out Nein Kinder kriegen die Leute nicht immer. Das kann man ihm jetzt nicht vorwerfen, weil er kam halt wirklich aus einer anderen Zeit heraus. Er ist sozialisiert worden in der in der in der Zeit vor vor dem Ersten Weltkrieg. Wenn ich das richtig im Kopf habe, dann Erster Weltkrieg, dann groß über erste politische Ämter in der Zwischenkriegszeit,
dann OK, während der Nationalsozialismus ausgeschlossen und und danach war halt die bebeblumer Generation, also aus der Sicht wohl verständlich, aus der heutigen Sicht. Ja, aber Nico, lass uns sehr gerne über die Weitsicht von Politikern sprechen. Das ist. Ist sehr, sehr gutes Thema. Ich will nämlich noch mal auf die die konkreten Maßnahmen eingehen, wie wie ich das Bewerte, weil wie gesagt OK, gut, dass man sich darüber Gedanken macht, dann kommt erst mal n strukturelles Problem nämlich. Also wir haben ja eine CDUSPD Regierung und Friedrich Merz
sagt ja, OK, wir, wir machen das jetzt einfach, also wir nehmen alle Maßnahmen, wir prügeln die durch den Bundestag und Voila, Bärbel Bahrs sagt NÖ. Das ist die SPD Arbeits und soziales Ministerin, die sagt, ne, wir müssen da noch viel länger drüber diskutieren und müssen uns alles angucken. Also das heißt, wir haben da schon wieder n strukturelles Problem ist in dieser Koalition an mehreren Stellen ein Problem, das einfach ja der eine nach Links, der andere nach rechts läuft und irgendwie fragt man sich dann jedes mal, oh, warum kommen wir nicht? Nach vorne ne, nur um das mit dem österreichischen System vergleichbar zu machen.
Wenn wenn du jetzt so eine Situation hast, mehr sagt das und SPD ist. Ministerin sagt das, das heißt, ihr sitzt. Dann sitzen sie im Koalitionsausschuss zusammen und verhandeln dann über die einzelnen Gesetzgebungen, vermute ich mal. Genau so wird es in Österreich genauso funktionieren, geht dann tatsächlich was weiter oder ist es wie in Österreich wo das dann heißt, ja wir verschleppen in Mini Steps mal die Reformen? Ja, also ich würde sagen, wir verschleppen die Reformen oder wir schmeißen sie direkt komplett in den Müll. Wir haben in Deutschland ne sehr spannende Gemengelage.
Wenn man sich die Umfragen anschaut. Wir haben ja jetzt gerade die Wahlen in Sachsen Anhalt, wo die Union ein historisch schlechtes Ergebnis eingefahren hat, wir tun uns ja immer leicht damit zu sagen, Oh, historischer Tag, historische Wahl und so weiter, aber das war nun wirklich historisch, und es gab noch nie n Bundeskanzler mit so wenig Beliebtheit wie in Friedrich Merz, wieso? Wieviel Zeit hast du? Ich glaube, vielleicht schauen wir noch mal auf die auf die Rente und machen es daran ein bisschen fest. Du schaust dir die Maßnahmen an
und selbst dazu kann sich die Koalition nicht richtig durchringen, das sofort umzusetzen. Dabei würden die Maßnahmen, über die wir da gerade sprechen, eigentlich erst ihre ihre kleine Wirkung ab 2031 entfalten. Also du hättest gar keine direkte Entlastung. Das Thema Beitragssatz ist überhaupt nicht gelöst. Da hast du immer noch n Riesenproblem. Dann, dass die Kapitalrente zusätzlich kommt und nicht ersetzen. Ich finde das ist ein also. Wie gesagt, die Idee einer Kapitalrente ist sehr gut, aber. Also nur damit, was klein oder Kapitalrente heißt.
Private Vorsorge in dem Fall oder ist das betriebliche Vorsorge was meinst. Du na ja, das das wäre ein Novum. Also es wäre ein ein Beitrag, den du über die Sozialabgaben auch abführst. Der geht aber dann in einen staatlichen Rentenfonds. OK und Kapitalmarkt investiert also. Das ist ein staatlich, ein Staatsfonds, der das dann investiert und dass da was ähnliches hat. Ja, da der österreichische Bundeskanzler auch vor vor Kurzem vorgeschlagen, also das ja medial gerade dann zerlegt wurde, weil es etwas ungünstig kommuniziert wurde. Ja, ungünstige Kommunikation, damit kennen wir uns in
Deutschland auch extrem gut aus. Das führt auch zu der Unbeliebtheit der Regierung, weil extrem schlecht kommuniziert wird. Ja, wird dann was die Rentenreform oder die Idee der Rentenreform gar nicht anfasst, ist das Thema Beamtenpension. Ich glaube, wir müssen in Deutschland das Thema Beamtentum einmal aufmachen, da sind wir wieder beim Thema, keiner will den Ast absägen, auf dem er sitzt, wir haben in Deutschland ein Rekordhoch an Beamten, vor allem in der Verwaltung, ich find es sinnvoll, in manchen Positionen Leute zu verbeamten, ich glaube aber, dass jeder.
Lehrer und jeder Verwaltungsmitarbeiter verbeamtet werden muss, halte ich für Schwachsinn. Also verbeamtet, also nur um die Begriffe vergleichbar zu machen. Was heißt das in Deutschland? Verbeamtet bedeutet, du bist unkündbar und du zahlst nicht in die Rente ein, sondern in kriegst eine Pension, die übrigens deutlich deutlich, deutlich höher sind als die Renten. Ja, das also es. Es gibt auch die beim. Ist nicht, ist nicht ganz vergleichbar mit Österreich, aber ja, sowas gibt es auch in in ähnlicher Form, aber das
heißt sogar Lehrer sind unkündbar sind sind was bitte sind alles Beamten in Deutschland? Also früher waren sogar die briefzusteller Beamter. Ja, also also zum Beispiel die Deutsche Telekom war, ja, gibt es erst seit 25 Jahren, das war vorher ein Ministerium, genau wie die Deutsche Post. Also sozusagen in dem Bereich haben wir schon n bisschen rückabgewickelt, aber Lehrer sind verbeamtet, sowieso, Militär, Polizei. Bei bei der Polizei würde ich sagen, ist. Auf jeden Fall. Und dann eben in der Verwaltung.
Und dann ist es egal, ob wir über den Geheimdienst Referenten beim BND sprechen oder über die Sachbearbeiterin im Einwohnermeldeamt Wolfratshausen, ja. Also viele Personen sind insgesamt. Beamte wohl. Die Zahl hab ich nicht, aber es sind viele und vor allem ist die Zahl stark steigend. OK, die letzte Regierung und auch diese Regierung hat noch mal wahnsinnig viele Stellen geschaffen, es werden jetzt noch mal 5000 stellen mehr im Zollbereich geschaffen, OK für Steuerfahndung. Was interessant ist als meiner Lieblingsthemen, weil dieses Zentrum für die Bekämpfung von
Finanzkriminalität hat ein Vorbild. Also es gibt eine Blaupause, nämlich das Zentrum zur Terrorismusbekämpfung, das finde ich ein besonderes Bonbon, was uns die Sozialdemokraten da servieren. Ja. Na ja, aus Sicht des Staates ist es ja eine ein schweres Verbrechen, ein furchtbares Verbrechen, wenn du Steuern hinterziehst. Also versteh mich nicht falsch, ich ich katholische Soziallehre Solidarität. Also ich bin total dagegen, dass man Leute betrügt, ich ich geb dir also recht, es ist kein Kavaliersdelikt steuern zu hinterziehen, aber in einem Land
wo die Wirtschaft nicht läuft, du eine polarisierte Gesellschaft hast und vor allem. Keine. Keine Perspektive hast ein ein Fünftel von der jungen Leute suchen aktiv ein Wayout aus Deutschland Klammer auf sind wahrscheinlich eher die gut qualifizierten und jeder irgendwie. In die USA oder Dubai gehen oder sonst wohin, ja. Genau. Und es gibt ja viele Länder, in denen es besser läuft als in Deutschland, wo das Lohnniveau höher ist, wo die Abgaben niedriger sind, so n Gast. Vor dir, oder? Den ich vor kurzem aufgenommen habe, hat zum Beispiel Dänemark
als Beispiel genannt, wo man als hochqualifizierter sehr gut leben kann, wo sehr erfolgreiche Konzerne sitzen, Nobo Nordisk und wie sie alle heißen. Tatsächlich witzigerweise bin ich auch zu Silvester mal mit einem, der genauso wie ich, er, also der Österreicher ist und Expert in Dänemark ist und das verglichen hat, also. Du bekommst halt einen höheren Lohn, aber gleich und hast dort gleichzeitig viele, viele soziale Unterstützungen und hat das dann mit den USA verglichen, sozusagen wo du die soziale Unterstützung hast. Viel weniger hast aber noch höheres Lohnniveau als Eckpads, also sozusagen hast. Und er hat so gesagt Ja,
Dänemark und USA sind durch diese Situationen vergleichbar und wenn du dann in Österreich lebst, hast du niedriges Lohnniveau und ja, warum solltest du als hochqualifizierter, der die Möglichkeit hat ins Ausland zu gehen, dann hier bleiben? Ich schätze mal ähnlich ähnliche Situation wird es in Teilen Deutschland geben. Ja, 100. Prozent und ich merk das. Also es ist kein keine abstrakte Statistik, sondern ich merk das ganz unmittelbar in meinem Umfeld. Ein Freund von mir ist aus ein. Es sind Finance ist aus Frankfurt jetzt nach Sydney gezogen. 2 Freunde sind nach Barcelona gezogen, da sagen wir, OK, Lohnniveau ist nicht besser,
aber da ist wenigstens schön. Ja und allen sollte n bisschen heiß aber es es ist schon nett und ein Freund, also ein hochbegabter Mediziner hat alle Stipendien die es so gibt sehr jung promoviert, also so wie man sich das eigentlich wünscht wo man sagt, OK, das ist vielleicht jemand der wirklich. Mal was er finden kann, was uns hilft, wollte zu einem bestimmten Thema forschen. Ja, wurde in Deutschland gesagt, so nach dem Motto Nee, haben wir kein Geld für ja so Angebot aus den USA bekommen, verdient da wahnsinnig viel Geld, hat unfassbares Funding für seine Forschung ist an der an der
Westküste und der sagt ja ich ich wäre ja, also ich wäre ja bescheuert wiederzukommen und die Freunde, die sozusagen noch in Deutschland sind. Gucken ins Ausland, die gucken, dass sie irgendwie in den nächsten 12 bis 18 Monaten irgendwie das Land verlassen. Und da muss ich sagen, das macht mir extreme Bauchschmerzen, ein Land, was sozusagen alles, was es gut konnte, verschenkt hat. Ich denke an den Verbrennermotor, ich denke an Atomenergie, das, da sind wir nicht mehr gut, das haben wir sozusagen, da haben wir uns selber beschnitten, und ja, was, was bleibt dann noch?
Und wenn dann die guten Leute, die wir haben, die, die das Potenzial haben, neue Dinge zu erfinden, die neue Unternehmen gründen können und so weiter, wenn die sagen, Deutschland bietet mir keine Perspektive, ich gehe ins Ausland, wohin auch immer, sorry was, was haben wir denn denn noch in Deutschland? Wenn ich das jetzt so vergleiche, mit was ich in diesem Podcast regelmäßig über Österreich hin bespreche und was du jetzt gerade über Deutschland erzählst, dann dann höre ich sehr viele Parallelen. In vielerlei, in vielerlei Hinsicht bedauerlicher. Bedauerlicherweise sag ich ganz ehrlich, aber, was du uns noch kurz mal zusammenzufassen sagst
in Deutschland, also mir kommt es oft so vor, als würdet ihr in euren medialen Debatten ein bisschen eine erwachsene Debatte über Sachen führen, als wir es in Österreich tun, ist ist mein persönlicher Eindruck, zum Beispiel jetzt bei der Rentenreform, weshalb also viele auch aus meinen Kreisen sagen, ja, schaut euch, das hört sich das als Vorbild an, weil bei der Umsetzung hast du gerade beschrieben, es hat ja. Zumindest der jetzigen Regierung. An einem ähnlichen Punkt, dass vieles, was jetzt vorgeschlagen ist, was am Tisch liegt, wahrscheinlich in der Form verschleppt, verzögert oder gar nicht kommen wird, sagst du, oder also. Ich als Katholik bin ich
natürlich immer voll von Hoffnung, aber diese Bundesregierung macht es einem schon sehr, sehr schwer, an Besserung zu glauben. Ich bin mir schon sicher, dass irgendetwas kommen wird. Ich kann nur hoffen, dass es möglichst nah an dem Vorschlag ist. Darüber hinausgehend wird es sowieso nicht, aber wenn du jetzt ne realistische Prognose von mir haben willst, dann glaube ich wird da noch mal ein bisschen runtergesattelt. Es wird noch mal etwas kleiner, es wird noch mal etwas weniger Veränderung als jetzt vorgeschlagen und am Ende wird
kein großer Wurf dabei rauskommen. Was nicht bedeutet, dass wir uns nicht weiter mit dem Thema beschäftigen. Und ich nehme in Deutschland eine, also eine Parteien Abneigung wahr. Die Leute haben keine Lust mehr, sich das. Normale Geschwafel anzuhören. Ja, es hört sich alles gleich an, es war es dasselbe wie vor 3 Jahren und so weiter nur irgendwie die Köpfe ändern sich, aber ist eigentlich dasselbe. Und deshalb wählen jetzt, also im Bund sind es, glaube ich, in den Umfragen über 25% mittlerweile die AFD. Also im Moment sind so 27 bis 29% AFD.
Und die Union steht so bei 20% zur Erklärung. Die Union besteht aus 2 Parteien, CDU und CSU, und die CSU liegt so ziemlich stabil immer bei 6%, die CSU gibt es nur in Bayern, holt da aber so viele Stimmen, dass sie bundesweit sozusagen auf 6% kommt, 5 bis 6%, das bedeutet, wenn man ganz ehrlich ist, steht die CDU, die Kanzlerpartei. Bei um die 15%, das heißt die AFD auch in im im Bund nicht nur im ostdeutschen Bundesland Sachsen Anhalt, sondern auch in
im Bundestrend ist die AFD eigentlich fast doppelt so stark wie die CDU. Und in Sachsen Anhalt haben wir ja gerade gesehen, kratzt sie knapp an der absoluten. Ja, also hauchdünn sozusagen. Wir haben in einigen Tagen. In Mecklenburg Vorpommern Landtagswahlen, da steht die AFD auch bei über 30% stärkste Kraft. Und besonders spannend finde ich, wir wählen auch in Berlin das Abgeordnetenhaus, das ist die Landesregierung von Berlin. Ja, und dort sieht es aus, als würde man eine linke ober
regierende Bürgermeisterin bekommen, und ich muss sagen, da hab ich innen aber Bauchschmerzen. Und wenn ich da fragen darf. Von der Linkspartei, oder? Von der Linkspartei. Ja, ich hab ich hab auf Umfragen gesehen, da sind AFDCDU und was Linkspartei relativ gleichaufe das heißt aber, die Mehrheiten schätze ich mal, sind dann so, dass sie mit Grünen und und der SPD gemeinsam eine Mehrheit haben. Ganz genau, weil die CDU wie alle anderen Parteien außer dem BSW Koalition mit der AFD ausschließen, hat die CDU keine Machtoption.
Und im Moment sieht es so aus, als würde es eine rot rot grüne Landesregierung geben unter einer linken Regierenden. Und ich muss sagen, ich, ich will die Wahl in Sachsen Anhalt gar nicht kommentieren und in Berlin werden wir sehen, was bei rauskommt, ich will nur sagen, dass das, was die linke Spitzenkandidatin so erzählt, mir auch enorme Bauchschmerzen macht und wir haben. In Deutschland ein tolles Grundgesetz und eine eigentlich eine sehr, sehr gesunde Basis. Und die wird angegriffen und wenn ich in mehreren
Bundesländern sehe, dass die Leute, die das angreifen, führend sind, dann ist es kein Grund für mich, in Deutschland zu bleiben, ja oder für viele dann sagen okay, also so weit ist es schon, was hält mich hier? Ja, nachvollziehbar. Ja, das bist du auch in Österreich hier. Genau, ich bin bin am Tag der der Wahl in Sachsen Anhalt nach Wien geflogen und dann schrieben mir schon Freunde so, ja hast du, hast du dich schon abgesondert, bist du schon ins sexy gegangen, ja. Du, lieber David, Danke für diesen spannenden Einblick in das deutsche Politiksystem. Und vielleicht, wenn du.
Zum Abschluss jetzt aus deiner Sicht den Blick auf Österreich. Richtest was sie, was können wir voneinander lernen. Ich glaube, dass ganz wichtig ist, auch wenn man der Parteien und Politiker überdrüssig ist, nicht zu resignieren, sondern sich zu engagieren, sich auch politisch zu engagieren. Und man kann sich politisch engagieren, nicht nur in Parteien, sondern auch im vorpolitischen Raum. In Institutionen wie dem Bund Katholischer Unternehmer oder in in anderen Institutionen. Ich kann nur sagen, es macht auch viel mehr Spaß als Partei, weil man viel freier denken
kann, viel freier reden kann und weil es nicht nur darum geht, irgendwie mal auf einer Landesliste für n Mandat zu stehen, sondern wirklich über Inhalte zu sprechen und zu schauen, OK. Wir haben Probleme und wie können wir als schlaue Leute, als engagierte, schlaue Leute diese Probleme lösen? Und dafür gibt es Organisationen wie den Bku. Mir macht das großen Spaß, Wir haben ein tolles Team, wir haben tolle Mitglieder und das gibt mir schon Hoffnung und kann das in Deutschland den Leuten nur empfehlen und in Österreich natürlich auch engagiert durch.
Danke dir fürs dabei sein. Ich danke dir. Wenn dir diese Folge gefallen hat, Folge dem Podcast, Bewerte ihn und teile ihn mit Freunden. Ich freue mich immer über Feedback bis zum nächsten Mal. Tschau