Herzlich Willkommen zu dieser Folge von meinem Podcast So sind wir zwischen Bognagasse und Ballausplatz. Diesmal sind wir nicht im ersten Bezirk, sondern im Büro von KONDA, wo ich mit dem lieben Michi Maier von ITERATECH heute ein Gespräch zum Thema KI-Transformation und zum Thema digitale Souveränität führen werde. Lieber Michi, herzlich Willkommen. Danke dir, dass du mal dieses Setup ermöglicht hast. Ich freue mich schon sehr auf das Gespräch. Ich freue mich, dass du ganz auf meiner Seite, Herr Niko. Magst du dich mal kurz vorstellen und magst du auch vorstellen, woher kommst du und was macht die TERATECH?
Michael Maier (iteratec): Ersetzt uns die KI oder jemand, der sie besser nutzt?
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Niko spricht mit Michael Maier von iteratec darüber, wie KI die Arbeit in Unternehmen verändert. Es geht um die neue Rolle von Entwicklern, die Zusammenarbeit von Menschen und KI-Agenten und einen Agenten, der Ausgangsrechnungen erstellt. Weitere Themen sind die Angst um Arbeitsplätze, digitale Souveränität und konkrete erste Schritte für Unternehmen.
Redaktionell zusammengefasst aus der Folgenbeschreibung.
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Liebe Hörerinnen und Hörer,
diesmal bin ich nicht im ersten Bezirk, sondern im Büro von Conda. Dort habe ich mit Michael Maier von iteratec gesprochen. Er beschäftigt sich seit rund fünfzehn Jahren mit Transformation und Innovation und ist bei iteratec für Österreich und für das Thema Human Agent Collaboration verantwortlich.
Ich wollte von ihm wissen, was KI in Unternehmen wirklich verändert. Es geht weniger um die Technik als um die Frage, wie Menschen, Organisationen und Abhängigkeiten damit umgehen.
Drei Punkte sind mir besonders geblieben. Erstens beschreibt Michael, wie sich das Berufsbild von Entwicklern verschiebt: weg vom Code schreiben, hin zu Architektur, Entscheidungen und kritischem Prüfen. Zweitens erzählt er ein Beispiel aus dem eigenen Haus, einen KI-Agenten im Finance-Team, der gemeinsam mit den Kolleginnen gebaut wurde und heute die Ausgangsrechnungen schreibt. Drittens sprechen wir über digitale Souveränität. Ich habe ihn gefragt, was passiert, wenn ein US-Konzern einem europäischen Unternehmen den Zugang abdreht. Seine Antwort ist erfrischend nüchtern: Es geht nicht um Autarkie, sondern darum, Handlungsspielraum zu behalten.
Dazu kommt die unbequeme Frage nach den Jobs. Er erklärt, wie Unternehmen damit umgehen können. Er zeigt sehr gut auf, was Unternehmen in Österreich und Europa morgen konkret anders machen können.
Kapitel 00:00:00 Intro und Begrüßung bei Conda 00:00:37 Vom Grazer Wahlwiener zum Transformationsberater 00:04:08 Warum der klassische Tech-Job gerade bröckelt 00:07:58 Human Agent Collaboration: So arbeiten Mensch und KI zusammen 00:09:51 KI-native Unternehmen und die Wette auf das Ein-Mann-Unicorn 00:11:50 Praxisbeispiel: Der KI-Agent im Finance-Team 00:14:28 Angst um den Job: Wie Unternehmen mit Widerstand umgehen 00:18:36 Welche Branchen bei KI vorne liegen 00:24:34 Digitale Souveränität: Was der US Cloud Act für Europa bedeutet 00:32:38 Rahmenbedingungen und erste Schritte für Unternehmen
Kapitel.
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- 0:00Intro und Begrüßung bei Conda
- 0:37Vom Grazer Wahlwiener zum Transformationsberater
- 4:08Warum der klassische Tech-Job gerade bröckelt
- 7:58Human Agent Collaboration: So arbeiten Mensch und KI zusammen
- 9:51KI-native Unternehmen und die Wette auf das Ein-Mann-Unicorn
- 11:50Praxisbeispiel: Der KI-Agent im Finance-Team
- 14:28Angst um den Job: Wie Unternehmen mit Widerstand umgehen
- 18:36Welche Branchen bei KI vorne liegen
- 24:34Digitale Souveränität: Was der US Cloud Act für Europa bedeutet
- 32:38Rahmenbedingungen und erste Schritte für Unternehmen
Das Gespräch zum Lesen.
Automatisches, noch nicht redaktionell korrigiertes Transkript. Namen und einzelne Wörter können fehlerhaft sein. Die Zeitlinks führen ungefähr an die jeweilige Stelle.
Ja, ich bin Grazer, Wahlwiener, seit 20 Jahren. Zum Beruflichen, ich bin seit 15 Jahren, beschäftige ich mich mit Transformation und mit Innovation. Immer mit einem starken Technologiefokus. Ich habe das einerseits beratend bei Unternehmen unterschiedlicher Größen gemacht, habe aber auch immer, bin immer so ein bisschen gedänzelt zwischen den Welten von großen Organisationen, Mittelstand und Startups. Und sowohl beim Thema Innovation als auch bei der digitalen Transformation und jetzt natürlich auch bei der KI-Transformation kann man gerade als große Organisation oft viel lernen von kleineren Organisationen.
Grundsätzlich ist es ja so, dass die KI-Transformation sehr viele Ähnlichkeiten hat mit den Herausforderungen von früher. Es ist nur viel krasser. Und das ist halt das Spannende an der aktuellen Situation. Und wir müssen uns halt klar machen, dass ungefähr 99 Prozent der aktuellen Unternehmen sind gebaut worden vor der aktuellen Revolution von dem, was Gen.EI jetzt gerade mit uns macht und die Agenten jetzt mit uns machen. Das heißt, du hast Strukturen, die darauf gar nicht ausgelegt sind. Und jetzt halt so die Frage, was kann man von KI-nativen Organisationen lernen oder von diesen Modellen lernen und was kann ich in meiner Organisation machen, um KI wirklich wirksam werden zu lassen.
Das ist die große Aufgabe für die meisten aktuell. Genau, um das so ein bisschen noch abzuschließen vielleicht, also zuerst Managementberatung, dann Innovationsberatung. Da hat man auch schon in einer geschäftsführenden Position. Und bin danach dann bewusst wieder in eine Branche gegangen, wo mehr gebaut wird. Ich wollte wieder wohin, wo umgesetzt wird. Und bin in einer Zeit in die IT gekommen, wo sie auch beginnen musste, sich so ein bisschen auch zu transformieren, kundenzentrierter zu werden, auch stärker wieder darauf zu schauen, was wirklich eigentlich der Markt und die Kunden brauchen. Also so ein bisschen die goldenen Zeiten der IT sind dann so ein bisschen zu Ende gegangen.
Und jetzt natürlich mit der Entwicklung der KI steht man da ganz oben auf dem Menü sozusagen der KI, was angegriffen wird. Weil die Leute, die KI und KI-Agenten bauen, die sind in der Regel Entwickler. Das heißt, die haben vor allem für sich auch Dinge gebaut, wie sie sich selbst beschleunigen. Das heißt, wenn ich es nicht schaffe, das auch wirklich selbst auch zu adaptieren, dann sieht es schlecht um eine Zukunft aus, sage ich einmal. Und das ist auch gerade der Umbruch, den wir halt haben in unserer Branche. Die Terratec ist ein Unternehmen mit 500 Leuten. Uns gibt es seit 30 Jahren. Wir kommen aus der iterativen Softwareentwicklung, daher auch der Name.
Damals war Wasserfall on Vogue. Unser Gründer hat sehr früh relativ klar erkannt, dass man in Zeiten, die immer volatiler werden, ein anderes Modell braucht. Moving Target ist hier das Motto. Das heißt, unser Ziel bewegt sich immer. Das heißt, ich muss ständig adaptieren. Und ja, jetzt vor ein paar Jahren hat er erkannt, dass das jetzt eigentlich noch einmal so ist, nur halt noch einmal viel krasser. Das heißt, es wird noch iterativer. Und was wir vor allem sehen ist, wir müssen viel näher ans Business ranrücken. Früher hat es gereicht, wenn der Fachbereich eine Spezifikation schreibt und dann baut man es. Mittlerweile ist es so, dass man den eigentlich ständig bei sich haben muss, weil es wird ständig gebaut, weil die Agenten die ganze Zeit Gas geben und bauen.
Und deswegen wird es immer iterativer und man kommt immer näher zusammen, Business und IT. Ja, und man kommt auch als Technologieunternehmen da eigentlich immer mehr in die Geschäftsprozesse rein und entwickelt diese gemeinsam mit den Kunden. Mir ist gerade bei der Beschreibung IT, ITler stehen auf der Speisekarte. So ein Reel eingefallen, das mir ein paar Mal jetzt durch die Timeline gerutscht ist von so einem Shrimp, der in vergangenen Jahren halt bestens behandelt wurde und dann ab so dem Jahr, wo die KI halt kommt, 23 dann aufgeschnitten und gebraten wird. Genau. Ich habe das auch bei uns ein, zweimal bei Events gespielt.
Hat nicht jedem gut gefallen. Denke ich mir. Aber jemand, der von außen gekommen ist in die IT, aus der Beratung kommt, ich habe dann immer so gesagt, das ist schon eine ziemliche Wohlstandsverwahrlosung, was hier herrscht. Also es ging den Leuten in meinen Augen schon immer sehr gut und es ging vor allem immer darum, wie kann man die Benefits so hoch wie möglich schrauben und möglichst viel Freiraum. Und es hat für viele auch einfach wirklich genügt, wenn du ein exzellenter Techie warst. Ich war sehr gut darin, Code zu schreiben oder Architektur zu verstehen und gewisse Technologien zu beherrschen. Und das war dein großer Wert. Und wir sehen aktuell, dass das ein Großteil so ein bisschen bröckelt.
Es geht ja nicht mehr dann darum, eine spezifische Idee gut zu können oder den Code schön zu schreiben oder möglichst viel in kurzer Zeit, weil das macht eher die KI. So, du rückst eigentlich eher weiter rauf und musst beginnen, eben die Architektur zu verstehen, Entscheidungen zu treffen, Dinge kritisch zu hinterfragen. Damit ändert sich unser Jobprofil natürlich sehr stark. Wir haben zum Glück qua unserer strengen Hiring Policy alles Leute, die sehr neugierig sind und smart. Das heißt, die sind sehr anpassungsfähig, aber es gibt auch ganz viele in der Branche, die sich sehr schwer tun, weil ihr Selbstverständnis ein ganz anderes war.
Ja, es ist auch verständlich irgendwo, wenn es jahrzehntelang, jahrelang so war, dass man irgendwo noch hingehen musste, sagen musste, ich überspitze jetzt bewusst, hallo, ich kenne mich mit Programmieren aus und die Frage nur war, okay, schön, wann kannst du anfangen? Und man jetzt halt in einen Prozess kommt, in einen Transformationsprozess, wo das halt sich ändert, wo man immer noch hoch gefragt ist, aber man halt, sage ich mal, seine Fähigkeiten weiter nökeln muss, sich anpassen muss, schauen muss, wo man sich hin spezialisiert. Damit wird nicht jeder umgehen können. Ja, wir hatten gerade heute dazu ein Gespräch mit ein paar Kollegen.
Ich bin bei der TerraTech einerseits verantwortlich für Österreich, aber auch verantwortlich für das Thema Human Agent Collaboration, also wir arbeiten Menschen und KI-Agenten zusammen. Das betrifft uns ja auch selbst. Und da hat dann ein Kollege aus der Technik erzählt, dass er früher hat halt so ein bisschen den Kick in der Arbeit gezogen, aus sich selbst so ein bisschen das Problem zu überlegen und dann den Code zu gießen und dann zu sehen, ob es funktioniert. Und die Arbeit ist jetzt eine andere geworden und man muss jetzt eher mit der KI gemeinsam drüber reden und dann baut die was und dann muss man es bewerten und dann muss man sich nochmal die Architektur überlegen. Das heißt, das Profil hat sich geändert, aber auch so ein bisschen das, wo manche früher so ein bisschen den Joy gezogen haben in ihrer Arbeit heraus.
Das ändert sich zum Teil. Für die meisten merke ich aber, macht das auch durchaus Spaß, was da jetzt gerade kommt. Du merkst aber halt auch, dass einfach gewisse Herausforderungen auch dabei entstehen. Das ist einfach eine viel höhere Dichte an Entscheidungen. Du Intensität nimmst zu. Du musst dir eigentlich bewusster Zeit nehmen, wo du Pufferzonen hast oder wo du Socializing machst oder wo du so ein bisschen wieder auf die letzte Woche zurückblickst, wo sehr viel gebaut und passiert ist, wo man so ein bisschen dann nochmal Refactoring macht und gewisse Dinge wieder einfangt oder vielleicht auch eben auf Soziales achtet. Und ja, wir erleben halt, dass gerade die Menschen, die viel KI nutzen und da Gas geben, noch mehr zu tun haben eigentlich und fast noch mehr arbeiten und auch wirklich die Intensität einfach auf jeden Fall auch nochmal viel höher ist wie früher.
Ob das dann auch oft so Szenarien sind, wo man bewusst dann auch schauen muss, okay, wie kann man das auch nachhaltig machen, dass die Menschen dann da auch nicht ausbrennen. Kannst du dieses Verhältnis Human-Agent ein bisschen länger, umfangreich ausführen? Was versteht sie darunter? Was bedeutet das jetzt in der konkreten Arbeit? Also, weil Human-Agent-Interaction ist bei mir im Kopf, ich sitze vor meiner KI, tippe was in meiner KI an, die KI macht es falsch, ich nenne es einen Idioten und sage, mach es bitte nochmal. Das kann ein typisches Beispiel einer Human-Agent-Interaction sein, ja.
Ganz grundsätzlich sind wir, wir als Eteratec sind natürlich ein Unternehmen, haben natürlich ein paar Jahre erkannt, KI transformiert uns selbst, im ersten Schritt schon mal und wir wollen ja auch Walk the Talk machen oder Eat Your Own, Dog Food. Da haben wir selbst so eine Landkarte für uns entwickelt, wo wir sagen, du kannst dich als Mensch, Organisation oder Team so entlang der Landkarte so ein bisschen verorten, wie stark ist deine Nutzung von KI, vor allem im Sinne der Autonomie der KI. Also das unterste Traditionelle ist, da kannst du zwar digital sein, aber hast gar keine KI-Nutzung. Erste KI-Nutzung ist, ich benutze einen Chatbot und der hilft mir, Fragen zu beantworten, Dinge zu recherchieren, gewisse Dinge zu challengen.
Ich glaube, das haben die meisten von uns und ich nehme mal an, auch die meisten deiner Hörerinnen sicher schon mal gemacht. Dann gibt es die nächste Stufe, wo du sagst, Agenten nehmen so erste Dinge an Arbeit an und machen die so ein Stück weit selbstständig, aber es ist immer noch sehr stark unter der Anleitung von Menschen. Das waren so die ersten agentischen Systeme, die man gebaut hat. Und die nächste Stufe ist dann, dass es von Menschen angeleitet wird, aber die Agenten dann schon relativ selbstständig arbeiten. Und dann gibt es irgendwann so die letzte Stufe, das ist aber für die wenigsten, sage ich mal, Unternehmen, die es aktuell so gibt, überhaupt erreichbar.
Es ist wirklich eine wirkliche KI-native Organisation, wo es nur noch wenige Menschen gibt und ganz viele KI-Agenten. Also das Verhältnis dann komplett umgedreht ist, du auch dann Prozesse komplett neu denken musst. Wo gibt es sowas? Also nur, dass wir das als konkretes Beispiel vielleicht irgendwie erklären, weil ich glaube, da kann sich wenig wer was darunter vorstellen. Ja, das sind oft Technologieunternehmen, die jetzt gerade entstehen, wo du siehst, wo plötzlich Wachstumsraten möglich sind mit viel weniger Menschen als davor. Und ehrlicherweise auch, wenn man sich die Labs aktuell anschaut, wie schnell zum Beispiel ein Tropic Releases rausbringt, die sind dort in gewissen Bereichen sicher KI-nativ.
Also da sieht man einfach, dass die so schnell so viel produzieren können, dass das mit dieser Anzahl der Menschen, die die haben, nur geht, weil das wirklich sehr KI-nativ dort funktioniert. Es gibt ja im Silicon Valley auch die Wette, wann wird es das erste Unicorn geben, das ein Mann-Unternehmen ist. Also wo nur noch ein Mensch wirklich angestellt ist und so viel wie möglich Agenten arbeiten. Also sozusagen der Gründer macht alles selber, KI ist halt rum, und da, genau. Das gibt so technologische Konzepte, das wir auch selbst verproben, weil wir da lernen wollen, zum Beispiel wie Paperclip, kannst du dir eine agentische Company bauen und du stellst einen CEO ein und sagst, Kanon, du baust jetzt eine Company, eine BA-Agentur zum Beispiel und du bist der CEO, das ist Nico, und dann stellst du noch den Co-CEO ein und der kümmert sich dann darum, was muss er alles bauen, damit eine BA-Agentur gut funktioniert.
Und der stellt dann noch einen Marketingleiter ein, noch jemanden, der Press-Releases macht oder Recherchen macht, noch jemanden, der Kommunikation macht und stellt die alle als Agent ein. Also da sieht man schon so die ersten Anzeichen von Möglichkeiten, wie dann sowas entstehen kann. Funktioniert das jetzt immer schon so leicht, wie ich es gerade sage? Nein. Da hast du immer auch noch, Leute, die sich auskennen, immer wieder auch noch, was auch deck ist, die es dann doch noch ein bisschen richten. Also das ist alles noch nicht ganz so, dass es für jeden super leicht zugänglich ist oder gibt es halt immer noch so kleine Schwellen, sage ich einmal, aber da geht die Richtung hin.
Was gerade ganz guppisch, entschuldige, wolltest du noch mal sagen? Du wolltest ja eigentlich wissen, was mit Human Agent Collaboration da noch alles gemeint ist. Da vielleicht noch zwei konkrete Beispiele. Wir für uns natürlich, wir haben als Technologieunternehmen nur zwei Sichten drauf. Das eine ist, wir arbeiten Entwickler mit KI und durch KI jetzt schneller und besser. Also da entstehen für uns auch neue Rollen und neue Liefermodelle, weil du halt jetzt, also ganz konkret zum Beispiel, wo du früher zehn Leute in einem Team hattest, also sage ich einmal, ein Architekt, ein paar Seniors und ein paar Mid-Level-to-Juniors, hast du jetzt meistens nur noch zwei bis drei Leute.
Einen Architekten und zwei Seniors. Und der Rest sind Agenten. Das heißt, es macht für uns auch immer weniger Sinn, nur noch Stundensätze zu verkaufen, weil wir liefern viel mehr. Oft für weniger, weil der Preiskampf in der Branche gerade absurd ist und die Tokenkosten hast du auch noch selbst. Und eigentlich geht es für uns ja immer mehr darum, eigentlich, was liefere ich dem Kunden für Mehrwert und verkaufe das. Und das ist, da ist das Thema Human-Agent-Collaboration einfach, wie arbeiten halt unsere Techies mit der KI und wie beschleunigen sie sich damit. Wir nennen das Enchantic Engineering, nennen wir das, oder eben KI in der Softwareentwicklung.
Und das andere Thema Human-Agent-Collaboration ist halt das, was wir bei unseren Kunden machen und sehen, also wie du so eine KI-Transformation anstoßt und begleitest und eben die Zusammenhalt zwischen KI und Menschen besser machst. Und dann häufiger war halt auch in den Fachbereichen einfach auch, wie baut man zum Beispiel einen KI-Agenten für mich im Fachbereich. Und wir haben das halt auch selbst erstmal gemacht. Wir haben für unser Finance-Team eine Maya gebaut, die schreibt die Ausgangsrechnungen. Das Wichtige war halt, dass du das nicht für das Team baust, sondern mit dem Team. Das heißt, dass das Team ein Eigeninteresse hat, dass diese Maya besser wird.
Wir haben dann so ein bisschen beobachtet, dass die am Anfang so eine Junior-Maya war. Das heißt, die kann so ein paar Teilprozesse übernehmen in dieser Ausgangsrechnung, in dem Prozess. Und die Kolleginnen hatten ein großes Interesse, dass die besser wird, damit sie mehr übernehmen kann von dem Prozess. Und mittlerweile schreibt uns keiner mehr eine Ausgangsrechnung. Sondern das macht alles die Maya. Und man hat natürlich noch diesen Anfangs, dass das angestoßen wird und zum Schluss noch den sogenannten Human in the Loop, der es überprüft. Aber dazwischen macht alles die Maya und es gibt auch nur noch eine Schnittstelle und nicht mehr zwölf, so wie davor. Das ist so ein Beispiel von Human-Agent-Collaboration. Also wie Menschen, die eigentlich gar nicht selbst aus der Technologie kommen, hier mit der Technologie so ein bisschen zusammenwachsen und ein Interesse daran haben, dass die besser wird.
Du hast das ganz gut beschrieben. Es gibt unterschiedlichste Einsatzmöglichkeiten. Die Vorteile, glaube ich, liegen auch der Hand. Was ich mir jetzt gerade denke, so wie du es beschreibst, es gibt natürlich Menschen, die das als Vorteil sehen, die das als Möglichkeit sehen. Okay, super, können wir was schneller machen, können wir was besser machen. Es wird aber, glaube ich, genug andere geben, weil du hast gerade das Beispiel beschrieben, ja, früher waren es sieben Leute, jetzt sind es drei Leute. Okay, ja, dann habe ich aber vielleicht keinen Job mehr. Und ich schätze mal, es gibt ja auch genug Beispiele, wo es diese Abasität gegen Anwendungen dann gibt in Unternehmen.
Wie ist da eure Erfahrung damit? Oder beziehungsweise wie geht man damit um als Unternehmen? Ja, das ist total schwer. Und alle diese Ängste sind ja begründet und man kann natürlich jetzt auch nicht sagen, das ist kompletter Blödsinn oder du bildest dir diese Angst ein. Unsere aktuelle Beobachtung ist natürlich, dass ja die KI jetzt sehr selten bis gar nicht jetzt wirklich Leute einfach so ersetzt, sondern eher, man kennt mal den Spruch, wird man ersetzt von Menschen, die KI gut nützen und jetzt nicht von der KI per se, sondern es ist halt einfach jetzt nochmal was Neues ins Spielfeld gekommen, mit dem du dich so ein bisschen equippen musst und damit umgehen lernen musst zu arbeiten und wenn du das nicht schaffst, dann hast du wahrscheinlich in den meisten Branchen halt so mittelfristig wirklich ein Problem und das ist natürlich je nachdem natürlich auch
was für eine Branche mehr ist, aber auch was für ein Persönlichkeitstyp mehr ist, natürlich ein bisschen so ein Problem und es gibt halt Leute wie mich, die sagen, wo die Time to be alive und geiler könnte es ja nicht sein und das macht einfach so viel Spaß gerade, weil die Dynamik ist unglaublich und man kann gerade so viel machen und verändern und man weiß auch überhaupt nicht, wo es rausgeht zum Schluss, und ja, macht natürlich extrem viel Spaß, das irgendwie mitgestalten zu können, aber es gibt natürlich viele Personen, die a, nicht das Gefühl haben, das so mitgestalten zu können und b, vielleicht auch gar nicht den Anspruch oder die Ambition, sondern das hat ihnen so gepasst, wie es halt früher war. Und lieber Dienst nach Vorschrift machen und auf einmal die Vorschrift nicht mehr da ist.
Ja, und das ist halt, es ist eh nicht leicht, die Projekte, wo wir natürlich anfangen zu arbeiten, dort agieren wir natürlich erstmal meistens mit den Menschen, die auch ein gewisses Interesse haben, das mit uns zu bauen, das muss man natürlich fairerweise sagen. Und wenn das dann so ein bisschen breiter ausgerollt wird, dann sehen wir das einfach als wichtigen Faktor, dass man das, dass man das so, ja, ich sage mal, in der Umrandung noch mitdenkt, also, dass du dir erstmal natürlich zum Management die Kommunikation gut überlegst, also was ist die Kommunikation und das Management zu dem Projekt, dass man das gut erklärt, was wird hier gemacht und was bringt es.
Das ist, by the way, ganz großes Problem immer, du siehst immer die Tokenkosten, du siehst ganz selten aber den Mehrwert in der Organisation, vor allem groß in der Organisation. Also die Kosten der KI sind schnell dargestellt, die Wirksamkeit und der Nutzen der KI ist nicht so leicht dargestellt und gelingt oft nicht so. Das heißt, das ist zum Management das große Thema und dann zu den Leuten in den Fachbereichen oder zu den Teams ist halt ganz viel Aufklärungsarbeit, Kommunikation mitnehmen, möglichst früh natürlich schon in den Prozess auch mitnehmen, also wenn dich das KI-Tool betrifft, dann hole ich dich am besten mit in den Prozess rein und dann aber natürlich ganz viel Kommunikation, Events machen, teilweise auch Betreuung von Coaches oder psychologische Betreuung und versuchen halt möglichst viel dann zu adressieren, der Themen, die es gibt und die können natürlich sehr unterschiedlich sein.
Es gibt natürlich immer eine gewisse Verteilung an Menschen, die unterschiedlich auf so eine neue Technologie dann schauen und es wird auch immer noch einen gewissen Anteil geben, die sich dessen auch verwehren. Wobei man natürlich auch sagen muss, dass viele derer Menschen, die kritisch sind, da kann man auch immer sehr viel lernen. Also es ist jetzt nicht so, dass man das dann alles ausblenden muss, aber es gibt natürlich dann manchmal irgendwann auch Situationen, wo man sagt, okay, da ist dann jetzt vielleicht auch gibt es halt dann auch eine kleine Anzahl der Menschen, die kriegt man da jetzt auch nicht angebordet. Wenn man von neuen Technologien redet, dann gibt es immer die Early Adopters, also die Unternehmen, die es ganz am Anfang machen, dann, wenn es dann halbwegs und wo ist dann die erste Hälfte und dann die zweite Hälfte, die werden sehen, ja, das funktioniert und dann gibt es den letzten Rest, der halt sagt, ja, das Internet wird sich nicht durchsetzen und wir brauchen keine Website, das sage ich mal so als Beispiel.
Wie ist das bei euch aus eurer Erfahrung heraus über die Branchen verteilt? Merkt sie da einen gewissen Unterschied in manchen Technologie, also Gesundheit oder sonst irgendwo? Da ist besonders beliebt, da ist es sehr schwierig. Was ist da so eure Erfahrung? Sehr gute Frage, ja. Es ist schon extrem breit gestreut, ganz grundsätzlich würde ich sagen und weil es ja generell in Europa und Österreich sind wir natürlich jetzt selten die Unternehmen, die sich jetzt sofort dann überall reinstürzen.
Ich würde aber überhaupt nicht sagen, dass das hoffnungslos ist, sondern ich glaube, da gibt es viel, auf was wir aufbauen können und ich glaube, da haben wir auch gute Chancen, dass wir da auch gut rauskommen können, wenn wir jetzt das Richtige machen. Wenn man so ein bisschen auf die Branchen schaut, also was wir gesehen haben, in den letzten zwei Jahren hat das ja vor allem noch einmal so richtig stark beschleunigt, dieses Thema. Da hatten wir einige Kunden aus dem Finanzbereich tatsächlich. Also für eine Bank zum Beispiel so ein Finanzanalyst, der agentisch funktioniert, für eine andere, die Informationen an Kunden übernimmt, der jetzt mittlerweile so gut ist, der Agent, dass er jetzt auch beratend dann auftreten darf, was ja sehr heikl ist, als Bank, wenn du deine Kunden zu Finanzprodukten berätst und dass das vor allem ein Agent macht, das ist sehr kritisch, aber das kriegt jetzt die Qualität.
Und dann haben wir jetzt mittlerweile aber auch schon einige Kunden, die jetzt gerade kommen oder wo wir Projekte gemacht haben, die aus der Industrie kommen, wo wir halt da auch bei denen, die halt so ein bisschen die Vorreiter sind, das mit uns machen wollen. Ein spannendes Projekt zum Beispiel hatten wir mit Fisman, Generation Group, die haben ihre Heizungssparte verkauft, sie mittlerweile im Private Equity Unternehmen, sind ein relativ kleines Team, für die wir so eine Agent Factory gebaut haben und wo wir mit dieser Agent Factory den Leuten dort ermöglichen wollen, bessere Investmententscheidungen zu treffen und daran werden wir dann auch gemessen.
Und das ist übrigens auch so ein Setup, wo ich sage, da gibt es dann Teilbereiche, die auch schon so nahe von einem kainativen Organisationseinheiten auch wirklich kommen, also mit extremer Beschleunigung. Ja, und so gibt es halt einige, die da wirklich so ein bisschen Vorreiter sind und dann gibt es die breite Masse und das ist über alle Industrien, würde ich sagen, relativ ähnlich. Das typische Unternehmen hat Co-Pilot ausgerollt, weil Microsoft hat man sowieso, da hat man alle Verträge schon irgendwie mal sortiert, ist jeder DSGVO safe sozusagen und CISO ist damit happy und das funktioniert mal, das heißt, die meisten haben immer so erste Touchpoints.
Da sage auch ich immer, die Technologie wird immer besser, aber das ist so ein bisschen wie der Touchier Logan unter den KI-Modellen, also da gibt es natürlich viel leistungsfähiger oder vielleicht ist es sogar aufgrund der Distribution so ein bisschen wie der öffentliche Verkehr, also das hat jeder und das ist auch gut und du kommst auch weiter, aber du kannst natürlich mit einem Privat-PKW nochmal mehr machen und mit einem Porsche vielleicht auch nochmal mehr wie mit einem Touchier Logan. Du kannst auch abseits der gut ausgefahrenen Routen und der Standardwege unterwegs sein. lässt sich halt viel mehr machen und was halt auch alles die letzten Jahre gemacht haben ist so Proof of Concepts oder die meisten, ja, Pilot gemacht, 100.000 Euro ausgegeben, man hat erkannt, da kann man irgendwo was beschleunigen, also ein Zahnrad lässt sich damit irgendwie beschleunigen, oft aber auch gar nicht dann in den echten Systemen der Organisation drinnen, weder technisch noch organisatorisch und daran halt dann meistens auch gescheitert.
Das heißt, das ist so ein bisschen, ja, okay, man sieht irgendwie, die Technologie funktioniert, aber man kriegt noch nicht wirklich hin, wie kriegt man das wirksam in die Organisation und vor allem nicht nur ein Zahnrad beschleunigt, sondern alle Zahnräder eigentlich beschleunigt und da halt die wirksamkeit reit und dort, würde ich sagen, stehen eigentlich so die meisten und da gibt es jetzt gar nicht so krasse Unterschiede zwischen den Branchen. Es sind eher so einzelne Unternehmen, die sich dann erfordern und oft natürlich tun sich dann einerseits in der Schnelligkeit oft Mittelstände oder Eigentümer geführte Unternehmen leichter. Kurze Entscheidungsprozesse. Ja, und manche Konzerne sind natürlich dann, wenn sie die Entscheidung getroffen haben, natürlich dann auch mit einer anderen Wucht unterwegs und vielleicht auch mit einem anderen Budget.
Das sind halt natürlich so die Faktoren. Also die Entscheidung ist jetzt weniger eine, sage ich mal, okay, das ist meine Branche, sondern das ist sehr stark von, okay, du beschreibst gerade personengetrieben beziehungsweise dort, wo es halt schnell möglich ist und der Wille da ist und dort, wo halt, wenn eine Entscheidung mal getroffen ist, das große Kapital dahinter ist. Ja, es ist schon die Wege. Ja, es ist schon auch immer auch faszinierend für mich, dass selbst, wenn man sich mit CIOs unterhält oder Leuten, die auch in der IT oder in der Technik sind, auch da ist es jetzt nicht so, dass wirklich schon jeder von denen das voll verstanden hat in meinen Augen.
Also das ist dann halt Es sind, also okay, ich weiß Leute, die IT-affin sind, haben sich damit schon länger befasst, wussten, dass das kommt, aber für die meisten Leute kam das irgendwann Anfang 23, oh, das gibt es jetzt auch. Genau, und wenn schon nicht jeder CIO und jeder IT-Leiterin das voll verstanden hat, dann gibt es halt noch mehr CEOs und Operations-Leute und Finance-Leute, die es noch immer nicht ganz realisiert haben, was jetzt da eigentlich gerade passiert und was dieser Umbruch heißt und wenn du das nicht ganz verstanden hast, dann wirst du eben auch dieses Commitment nicht gehen, diese Veränderungen jetzt anzustoßen, die du eigentlich brauchst.
Apropos Veränderungen, wenn wir jetzt geradezu ein bisschen in die Welt schauen, dann haben wir den Herrn in Orange jenseits des Atlantiks, der, da gibt es ja dieses bekannte Beispiel, weil du Microsoft genannt hast, hergegangen ist und dem internationalen Strafgericht einfach mal beim Chefankläger den Zugang zu seinem Microsoft-Account gesperrt hat, weil er halt zu Microsoft gesagt hat, also bam, das macht es jetzt zu, was sie dann auch gemacht haben. Was sie ja auch in Österreich beziehungsweise andere US-Companies jetzt ohne eine hervorheben zu wollen, theoretisch dasselbe Risiko haben.
Also sie haben natürlich Verträge laufende, aber wie siehst du das? Wie schätzt du das ein? Wenn die Entscheidung kommt und das ist ja überall im Wunde gerade das Wort Souveränität und wir müssen unabhängig sein, was ist da das Wesentliche? Dass wir als Europa, als Österreich, als Unternehmer in Europa, in Österreich da auf eigenständigen Beinen stehen und nicht so abhängig sind, dass uns morgen vielleicht bei Microsoft oder Google oder was auch immer für eine Lösung abdreht. Ja, also man muss ja wirklich für viele Dinge dem Trump dankbar sein eigentlich, weil er ja bei ganz vielen Bereichen uns ja einfach das so klar zeigt, dass man es nicht klarer zeigen kann und glücklich, manchmal hat es schon harte Auswirkungen auf uns gehabt, das ist jetzt Verteidigungspolitik, Zölle, das hat auch wirklich direkt auch wehgetan in vielen Fällen oder mit dem Iran-Krieg und sowas er macht.
Bei den Themen, die auf der Technologieseite passiert sind, würde ich sagen, wenn es wirklich, also maxim, besser könnte man einen Warnschuss nicht machen, der uns einfach in your face zeigt, dass die ersten Mal natürlich auch alle sich dem unterjochen, was der Typ macht und auch, dass er ein Land ist, die den wählen und dann auch noch hinter ihm stehen und auch machen lassen und dass wir natürlich aus Bequemlichkeit viele Jahrzehnte uns natürlich auch das so eingerichtet haben, also in der Verteidigungspolitik, aber eben auch in der Nutzung von Hyperscalern, in der Nutzung von Technologie. Amerika innoviert, wir regulieren es dann und wenden es an und das war oft auch in guter Art und Weise für uns nutzbar, der Preis war auch okay, manchmal wird es dann ein bisschen teuer, dann überlegt man sich es dann doch nochmal, aber so kann man halt einmal grundsätzlich weitermachen und wir hatten auch immer Verträge, die uns vertraglich zusichern, ja, die Daten sind in Europa, das ist zwar ein amerikanisches Unternehmen,
aber wir haben ja auch Server in Europa und dort liegen dann eure Daten und nein, hier habt ihr einen Vertrag, der ist für euch datenschutzkonform, das passt alles. So kannst du, so musst du natürlich grundsätzlich auch agieren. Es ist aber auch die Situation, dass der Trump der Erste ist, der sich hinstellt und sagt, nö, es gibt ja den US Cloud Act und wenn ich will, dann hole ich mir die Daten natürlich und wenn ich will, rufe ich den Amadei an und sage, raus aus dem Spa und Faible wird jetzt abgedreht für Europa und dann wird es tatsächlich passiert, das heißt, du nutzt gerade noch diese App und nutzt gerade noch dieses Modell und du merkst wirklich als Person plötzlich, das ist nicht mehr verfügbar.
Der Schaden war da jetzt nicht so groß für uns, deswegen sage ich danke für diesen Warnschuss, der auf eine Art und Weise gekommen ist, der sehr klar war, aber trotzdem dann gar nicht so weh getan hat in Summe für die Wirtschaft. Aber zeigt uns halt wirklich die Abhängigkeit, die wir haben und die Handlungsfähigkeit, die wir aufbauen müssen und Souveränität ist nie ein absoluter Begriff, vor allem in unserer Welt heutzutage, du wirst immer Abhängigkeiten haben. Die Frage ist halt immer nur, wie groß ist sie, wie stark ist sie nur von einer Firma und welchen Handlungsraum baust du dir auf, damit du da nicht auf Gedeih und Verderb etwas ausgeliefert bist und deswegen ist uns halt, wir als Unternehmen, wir gehören auch einer Genossenschaft, uns ist Souveränität extrem wichtig, wir sind immer technologieunabhängig, wir nützen natürlich alle genau diese Modelle, weil da oft natürlich wirklich die neuesten und besten Modelle verfügbar sind und damit wollen wir auch arbeiten und damit wollen wir auch lernen.
Aber wir lernen halt zunehmend aktuell, dass es gerade für die Anwendungen in den Unternehmen und in der Industrie überhaupt nicht mehr notwendig ist, das neueste, beste Modell zu nehmen. Sondern es ist ratsam, sich eher zu überlegen, was will ich gerade lösen in der Organisation und dafür genickt sehr häufig auch ein Open-Wade-Modell, das ich dann bei mir lokal oder auch in der europäischen Cloud installieren kann und bin damit souverän und bin damit vor allem aber auch viel günstiger unterwegs. Und selbst wenn ich Modelle baue, die auf einem der Frontier-Modelle aufsetzen, dann ist einfach wichtig, dass du modular vorgehst und dass du halt einen Handlungsspielraum lässt.
Das heißt, dass du das Ding so baust, dass es ein bisschen so wie Schichten, ein Stück weit austauschbar bleiben. Das ist nichts, was du dann so machen kannst von einem Tag auf den anderen, aber du hast die Möglichkeit und du hast dann auch einfach ein Handlungsspielraum und kannst dich dann einfach entsprechend auch anders aufstellen. Also das sind so die Dinge, die ich als wesentlich sehe jetzt aus dem Kontext KI und parallel läuft ja natürlich das Ganze auch beim Thema Cloud und da gibt es jetzt ja auch wirklich zum Glück ein Erwachen, muss ich sagen, und auch eine Professionalisierung auch der europäischen Clouds. Also Stackit zum Beispiel in einer Schwarzgruppe oder Schwarz-Digits, wie sie jetzt heißen, sind wir auch Partner, dann in Österreich Exoscale, nur um zwei Beispiele zu nennen, wo einfach zunehmend auch Firmen entstehen, die eine Möglichkeit geben, Cloud in Europa zu nutzen.
Nicht immer sind die Microservices, wie man die nennt, schon so ausgeprägt wie bei den Hyperscalern. Die Frage ist aber auch da immer, wann brauche ich denn welchen Microservice? Ich glaube, die Grundregel ist einfach, versuche halt nicht einfach so möglichst alles irgendwie in einen Hyperscaler reinzuwerben. Microservice erklären, weil ich glaube nicht, dass den jeder versteht. Im Prinzip halt, machen es einem diese Hyperscaler so leicht wie möglich, möglichst viel von dem, was du an Prozessen in der Organisation hast, direkt über ihre Applikationen laufen zu lassen. Das heißt, du nimmst dann nicht nur die Cloud von den Hyperscalern, sondern du nutzt dann auch sogenannte Microservices, die dir halt gewisse Aufgaben in deiner Organisation abnehmen.
Das ist natürlich sehr convenient, aber bindet dich halt auch daran. Und das ist so ein bisschen den Trade-off, den man oft hat. Und da ist dann immer so die Frage, mache ich es mir halt so gemütlich und leicht wie möglich und haue da mal alles drauf und nutze möglichst viel davon? Oder sage ich, okay, wo macht es Sinn, weil da kann ich skalieren, da ist es vielleicht günstiger? Oder da gibt es gewisse Microservices, die sind schon praktisch für mich, die nutze ich dort. und wo sage ich aber, hier will ich souverän sein, hier ist es mir wichtig, dass ich handlungsfähig bleibe, hier entscheide ich mich für wen anderen. Also, wenn wir jetzt kurz das nochmal zusammenfassen, dein Ansatz, beziehungsweise deine Empfehlung für Infrastruktur ist jetzt nicht, das muss jetzt immer das neueste, beste, größte, schönste sein, weil man sollte sich ja mal anschauen, was ist denn wirklich notwendig für das, was man umsetzen möchte.
und dann sollte man so gestalten, dass es möglichst, dass es, sage ich mal, das bestmögliche Ergebnis erzielt, aber man halt gleichzeitig nicht von einem einzigen Anbieter vollkommen abhängig ist in allen Sachen. Ja. Also, man kann schon, sage ich mal, da oder da von einem, auch international über sie, Anbieter was einbauen, aber es sollte nicht deren System sein, wo du dann vollkommen abhängig bist, was du sonst verwendest. Gerade für geschäftskritische Prozesse zum Beispiel, oder gerade für dort, wo Datenschutz extrem wichtig ist, wo es um vielleicht Informationen geht, die a, sehr schützenswert sind oder irgendwie sehr stark auf deine IP einzahlen, intellectual property.
Genauso ist es. Und das sind alles auch gute Unternehmen. nichts davon und keinen von diesen Anbietern würde ich verteufeln. Ich plädiere einfach nur darauf, dass man sich breiter aufstellt und auch damit wieder als Unternehmen, aber auch generell aus Europa heraus einfach auch wieder mehr Selbstbewusstsein entwickelt. Was, wenn wir da jetzt ein bisschen die Brücke schlagen, jeder, ich glaube, das Wort Souveränität, wenn man sich das anhört, bei den zuständigen Vertretern auf der politischen Seite, kommt regelmäßig vor.
Ausgewählte Fundstelle · ca. 32:55
was wir machen müssen, dass wir das trommeln müssen überall und dass wir unabhängiger werden müssen in allen Sachen. Wenn du jetzt die Möglichkeit hättest, Rahmenbedingungen zu gestalten, aus deiner Sicht, aus deiner Branche heraus, aus deinen Erfahrungen, wo würdest du ansetzen oder wo wären die wichtigsten Punkte, wo man ansetzen sollte, dass man wie Österreich oder Europa am besten in zehn Jahren, Österreich, Europa in zehn Jahren am besten aufgestellt ist dafür, um die Herausforderungen zu meistern? Ja, das ist eine sehr gute Frage. Also ich glaube, generell wäre es natürlich schön, wenn wir es schaffen, in Europa so eine Einigkeit zu gewährleisten, auch politisch, und uns auf das besinnen, auf die Stärke, die wir haben, und auch die Macht, die wir haben, auch natürlich als Konsumenten, und auch alle Hyperscaler haben ja ein riesen Interesse an uns, weil sie natürlich Umsatz machen wollen mit uns, also allein das ist eine Macht.
Das, glaube ich, würde uns auch schon mal viel bringen, da auch nochmal mehr drauf zu pochen, da natürlich auch Rahmenbedingungen zu ermöglichen, die es leichter ist, auch in Europa zu wachsen, als Unternehmen, Unterstützungen in dieser Hinsicht, die Regulierung, ich glaube, ein Thema, das natürlich überall diskutiert wird, logischerweise, auch da hat die Regulierung, die wir machen, oft Gutes, und manchmal schauen sich andere Regionen auch da was von ab, immer wieder natürlich überstrapazieren wir das, und machen es natürlich dann auch schwer für Leute hier, wenn sie etwas aufbauen wollen.
Ansonsten, ja, wir sehen ja auch schon erste Entwicklungen, dass du natürlich sagst, wenn du im öffentlichen Bereich bist, was wähle ich dann als Anbieter für mich, da gibt es jetzt auch schon eigene öffentliche Einrichtungen, die auch auf Open Source setzen und bewusst halt auch weggehen von gewissen Hyperscalern, finde ich grundsätzlich nicht blöd, ist halt auch eine gewisse Signalwirkung und sicher auch gut. Ja, und wahrscheinlich auch ganz grundsätzlich immer ein starker Schulterschluss zur Wirtschaft und zur Industrie, und sich gemeinsam da in dieser sehr dynamischen, schnelllebigen Zeit zu überlegen, was die Dinge sind, die wir brauchen, und dann halt immer wieder schauen, was sind die, was sind die 10, 15 Prozent, die ich immer selbst machen kann, als Unternehmen, als Politiker, als Institution.
Ja, wir leiden dann immer dazu, die großen Themen zu diskutieren, und wenn wir dann nicht genau das so machen, dann machen wir mal lieber gar nichts. Da bin ich ja Freund, dann von in einem Handlungsraum zu schauen und zu sehen, was lässt sich jetzt erstmal ab morgen im Kleinen ändern, um in die richtige Richtung zu gehen. Ja, also ich bin absolut der Meinung, dass wir wirklich uns da oft auch in Europa unter Wert verkaufen, auf politischer Sicht, aber auch in wirtschaftlicher Sicht, und das haben wir überhaupt nicht notwendig, und ich glaube, es ist wirklich auch an der Zeit, dass wir das in den nächsten 5 bis 10 Jahren auch nochmal in Selbstbewusstsein uns wieder anwachsen.
Wir würden selber sehr gerne, sehr schlecht reden, alles, die Deindustrialisierung, und okay, alterer, überalterung der Bevölkerung und und und und und, was es alles an Herausforderungen, Faktoren gibt, ohne gleichzeitig einen Blick auf die Erfolge beziehungsweise all die Möglichkeiten zu richten, die man selber hat. Vielleicht um es ein bisschen abzuschließen, wo würdest du so als diese ersten 10% oder die ersten kleinen Handlungsmöglichkeiten sehen, wenn du jetzt wirklich konkret eine sagen würdest? Für Unternehmen?
Ja. Es kommt natürlich immer ein bisschen so darauf an, wo du stehst, als Unternehmen würde ich sagen. Ich bin natürlich gebiased, aber ich bin wirklich auch persönlich davon überzeugt, dass die AI-Adoption wahrscheinlich der wesentliche Faktor sein wird für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in Europa, weil die Probleme erst ist schon ein bisschen so angesprochen, wir haben hohe Kosten, wir haben hohe Lohnkosten, wir haben hohe Energiekosten, wir haben hohe Relatorik. Es gibt zwar einiges, was uns so ein bisschen träge macht, aber wir haben auch extrem viel, auf was wir aufbauen können.
Wir haben super ausgebildete Leute, wir haben Domain und Know-how, wir haben tolle Industrien, wir haben tolle Hidden Champions, wir haben eine mega Lebensqualität. Ich habe zweimal in Amerika gewohnt, ich habe jedes Mal gewusst, ich will mittelfristig nicht in Amerika leben und das war schon vor fünf und zehn Jahren. Du bist jetzt nicht der Erste, der mir das tatsächlich sagt. Also ich will nicht in San Francisco über die Zombies steigen gehen in der Früh. Und die Amerikaner sind extrem gut darin, sich selbst gut zu reden und schlecht zu reden und wir sind dann auch noch sehr gut darin, uns schlecht zu reden und die anderen toll zu finden und so haben wir so ein bisschen unsere Underdog-Position und zu streiten uns auch noch intern. Ich glaube deswegen, wir haben so viel eigentlich, was wir haben, was prädestiniert ist, dass du dich dann mit AI nochmal beschleunigst, weil du hast die Top-Leute und KI ist ja vor allem darin gut, die unteren aufs Mittelmaß zu bringen, aber du brauchst halt, damit du wirklich exzellent bist, brauchst du Top-Leute.
Und wenn du das an der Spitze hast und dann dich mit KI nochmal beschleunigst und stärker und größer machst, dann glaube ich, ist unsere Zukunft, können wir auf eine positive Zukunft schauen und wenn nicht, dann mache ich mir tatsächlich Sorgen, weil da gibt es halt wirklich jetzt auch Regionen, die da schon in der AI-Adoption schneller sind und deswegen wäre natürlich mein Plädoyer, sich dem Thema zu widmen. Das heißt, wie schaffe ich es wirklich, ja, die AI-Adoption, wie man so schön sagt, also eine Wirksamkeit von KI in die Organisation, in die Breite der Organisation zu bringen und sich diesem Thema zu widmen. Und wenn man das parallel eben auch noch auf eine Art und Weise macht, dass man sich überlegt, okay, wie abhängig bin ich dann, von wem und was kann ich vielleicht tun, damit ich breit aufgestellt bin, dann würde ich sagen, ist man am richtigen Weg.
Ich glaube, das ist ein super Schlusswort. Ich danke dir für diesen Podcast und freue mich auf viele weitere Gespräche. Vielen Dank dir. War sehr entspannend. Vielen Dank dir. Freue mich auch. Und wenn euch dieser Podcast gefallen hat, dann folgt und liked ihn und teilt ihn auf allen Kanälen, die ihr habt. Danke und auf bald. Vielen Dank. Vielen Dank. Vielen Dank.